Holgoria - Blutbrueder
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Vendetta Royal
 
Sie hatte es kuschlelig und flauschig. Umgeben von rosa Plüsch und Tand spielte sie gerade mal wieder mit ihrer großen Grabräuberpuppe. Denn sie hatte nichts anderes zu tun, als lieb und flauschig zu sein.
An ihrer Tür hing ein Schild aus purem Gold, das König Kollomon, der Sanftmütige, eigens für sie anfertigen und anbringen ließ. Darauf war zu lesen:
Prinzessin Kathi Sosse, Tochter von Holger dem Ersten, Heilige des Volkes, lieb und flauschig. In ewiger Liebe, Kollomon.
 
Ob ihres Standes führte sie ein gutes Leben. Sie leidete weder Not noch Hunger. Sie wusste, wo des Königs Küche lag, so verließ sie ihr Zimmer und begab sich durch die schier endlosen Korridore der Hängemattenburg. 
Wachen salutierten und machten Platz, als die kleine Regentin sich der Küche näherte. Dort wurde sie mit Verbeugungen und einer frischen Zuckerwatte begrüßt. Denn was süß war, sollte süß bleiben. Auch wenn ihr Prinzessin Susa in dieser Hinsicht in nichts nach stand... und gewaltig auf die Nerven ging... 
 
Als sie zurück auf ihre Gemächer wollte, fiel ihr ein Schatten auf, der aus der Schatzkammer huschte. Die Wachen lagen regungslos da. Langsam, aber stetig kauend, näherte sich Kathi dem Eingang. Tatsächlich. Die Wachen wurden nieder geschlagen, weilten aber noch unter den Lebenden. Ein kurzer Blick über den Tand verriet, dass es der Dieb nicht auf das Gold abgesehn hatte.
 
Aber irgend etwas musste doch fehlen. Dort! ... Nein! Das durfte nicht wahr sein. Vor Schreck ließ sie ihre Zuckerwatte fallen und rannte...
...rannte in den Thronsaal, wo König Kollomon gerade ein paar Trauben verspeiste. Seine Diener Michi Li, ein Halbling, und eine finstere Gestalt in Maske, flankierten ihn. Kathi wusste, dass man ihn Orkus nannte, und dass er bösen Einfluss auf ihren geliebten Onkel ausübte. Mehr nicht.
 
"Mein Onkel!" rief sie völlig außer Atem, "mein Onkel! Es ist.. es ist... etwas schreckliches... passiert..."
Kollomon hustete und verschluckte sich an einer Traube. Er fing sich jedoch wieder. "Beruhige dich, Kind. Was ist denn? So schlimm kann es nicht sein."
 
Die Wahrheit traf den gesamten Thronsaal wie ein biblisches Erdbeben, als Kathi die Worte aussprach, die für immer das Antlitz ihrer und der ganzen Welt auf grausame Weise entstellen sollten:
"Mein König... Der Letzte Nerv... wurde Euch gestohlen!"
 
 Stille.
 
Diese Stille, die sich nun ausbreitete, ließ die Schatten an den Wänden diablolische Tänze aufführen, das Feuer der Fackeln höher schlagen, und die Zeit selbst beschloss, für einen Moment stehen zu bleiben.
Der Erste, der sich wieder regte, war jene vermummte Gestalt zur Rechten des Königs: "Mein Herr," wisperte Orkus, "Ihr wisst, wer Euch dies antat. Soll ich die Häscher aussenden?"
Wie in Trance murmelte Kollomon: "Ich hatte immer geahnt, dass er wieder kommt, um sich das zu holen, was mir am meisten bedeutet. Dass er es wirklich wagt..."
"Herr..."
 
Kathi stand nach wie vor an Ort und Stelle vor dem Thron und rührte sich nicht. Sie konnte es nicht. 
"Mein Kind." Der Regent schien um seine Fassung zu kämpfen wie ein Dorf gegen eine brandschatzende Meute focht. "Geh. Dir sei gedankt."
 
Als Kathi gerade den Thronsaal verlassen hatte, knallten die Wachen die Türflügel zu. Was sie dann hörte, was ein Zornesschrei, der die gesamte Burg in ihren Grundfesten erschütterte...
 
"YOOOOOSHUUUUUAAAAAAAAAAAA...!"
 
Hatte Kathi das Richtige getan? Sie wusste es nicht und beschloss, sich in ihre Gemächer zu verkriechen. Ihr geliebter Onkel würde den bösen Dieb schnell fassen und bestrafen. Dann würde alles wieder lieb und flauschig sein.
 
In diesem Moment fiel ihr mit wachsendem Schrecken auf... dass der Schrei von allen Seiten hundertfach zurück geworfen wurde... 
 
Kathi Sosse rannte.
 
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Die vermummte Gestalt in Kapuze hörte den Schrei... und rannte noch schneller. Unter seinem Gewand der wertvollste Besitz Holgorias: Des Königs letzte Nerv. Er würde über die See fahren und viel, viel Gold dafür bekommen... 
 
Wenn er nur schnell genug rannte. 



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